Initiative L 602
Aus L602
(Noch) Mehr Verkehr in Dettenheim? - Die Initiative L 602 informiert
Aktuell: Inzwischen liegen die Pläne aus, die Grundlage sind für einen Neubau der Landesstraße L 602 zwischen Huttenheim und Rußheim. Die Neutrassierung dieses Abschnitts wird vom Dettenheimer Gemeinderat mehrheitlich einer Sanierung der bestehenden Strecke vorgezogen.
Unsere Analyse ergab eine Reihe von inhaltlichen Mängeln in den Dokumenten des Planfeststellungsverfahrens. Diese haben wir in einem Musterbrief an das Regierungspräsidium zusammengefasst und haben alle Bürger gebeten, diese zu prüfen und dem Regierungspräsidium zeitnah schriftlich mitzuteilen.
26.05.2010:: am 9.6. ab 10 Uhr findet die Erörterung der Einwände in der Pfinzhalle in Rußheim statt. Zu dieser nichtöffentlichen Veranstaltung sind alle Bürger, die rechtzeitig Einwände eingereicht haben, oder deren Vertreter zugelassen.
16.11.2009: Innerhalb der wenigen Tage, die zum Sammeln der Mitzeichner zur Verfügung standen wurden bei uns 630 Unterschriften abgegeben. Dies ist deutlich mehr als die benötigten 50, die zur Einberufung einer öffentlichen Anhörung nötig sind. Diese Unterschriftenmenge entspricht ca 10% der Dettenheimer Bevölkerung. Wir danken allen engagierten Bürgern herzlichst für ihren Einsatz!
01.12.2009: Der Gemeinderat hat mit nur einer Gegenstimme eine Stellungsnahme der Gemeinde verabschiedet, die unsere Forderungen bezüglich der Neubaustrecke nahezu vollständig enthält (Punkte 1 bis 4). Leider wird in weiteren Punkten immernoch auf eine Ortsrandentlastungsstaße um Rußheim durch wertvolle FFH-Gebiete gedrängt. Wir danken dem Gemeinderat dafür, dass bezüglich des L 602 Neubaus endlich die Vernunft gesiegt hat und wir diesbezüglich nun gemeinsam an einem Strang ziehen können.
Die Pläne sehen einen direkten Anschluss an die Bundesstraße B 35 bei Huttenheim vor. Die neue Straße ist zeitlich mit dem Auto wesentlich schneller zu bewältigen als die bisherige „Holperstrecke“. Schon jetzt wird die Abkürzung über Dettenheim vom überörtlichen Verkehr genutzt, um die Strecke von Germersheim über die Rheinbrücke nach Karlsruhe abzukürzen. Damit erspart man sich die längere Strecke über die B 36-Umgehung Graben-Neudorf.
Zu erwarten ist, dass die geplante direkte Anbindung an die B 35 in Verbindung mit einer schnellen Straße nach Rußheim zu mehr Verkehr durch Dettenheim führt. Dies möchte sicherlich niemand.
Es stellt sich die Frage, wie der überörtliche Verkehr in Dettenheim eingeschränkt werden kann.
Die Mehrheit des Gemeinderates von Dettenheim strebt eine Ortsumgehung (zunächst von Rußheim) an. Mögliche Umgehungsvarianten wurden schon 2002 im Gemeindeblatt vorgestellt. Entgegen den Wunschvorstellungen manch einer Gemeinderatsfraktion enthalten die Pläne des Regierungspräsidiums KEINERLEI Ansätze für eine Umgehung Rußheims, geschweige denn ganz Dettenheims. Die Verkehrsreduktion kann also folglich, wie wir bereits seit einiger Zeit darzulegen versuchen, nur durch Maßnahmen entlang der L 602 verbessert werden. Wir stehen für Aufrichtigkeit, Transparenz und Fakten. Für Märchen und Fabeln sind andere zuständig!
Begründung
Das Landratsamt gibt an, dass mindestens 10.000 Fahrzeuge je Tag durch eine Gemeinde rollen müssen, bevor an eine Umgehungsstraße überhaupt zu denken ist.
Durch Dettenheim rollen zur Zeit ca. 5.000 Fahrzeuge. Gelder von Bund, Land oder Kreis für eine Umgehung sind daher kaum zu erwarten.
Die Kosten für eine ortsnahe Umgehung von Rußheim bis nahe der Waldmühle wurden im Jahre 2002 auf ca. 5 Millionen Euro geschätzt. Selbst wenn dieser Abschnitt als „Gemeindeprojekt“ realisiert werden könnte, bleibt die Frage, wohin der Verkehr sich wendet, wenn er nahe der Waldmühle auf die Kreisstraße K 3533 (von Rußheim nach Graben) trifft.
Er wird sich dorthin wenden, wo er am besten durchkommt, also entweder
- a.) zurück zur bisherigen L 602 (Entfernung wenige hundert Meter) und weiter in Richtung Liedolsheim oder
- b.) er wird in Richtung Graben (Entfernung ca. 4 km) abfließen.
Dieser Verkehr würde in Graben durch die Bismarckstrasse führen oder um Graben herum auf eine noch zu bauende Südwestumgehung geleitet. Sowohl die Mehrbelastung der Bismarckstrasse als auch der Bau einer Umgehung werden laut uns vorliegenden Informationen aus Graben-Neudorf entschieden abgelehnt.
Damit bleibt nur Fall a.) übrig: Der Verkehr würde zurück zur L 602 und dann nach Liedolsheim abfließen.
Rußheim würde, mit Ausnahme der Wohngebiete südlich der Waldmühle, total entlastet, Liedolsheim dagegen wesentlich stärker belastet als vorher, da nun eine direkte Anbindung an die B 35, eine schnelle Strasse Huttenheim-Rußheim und eine Ortsumgehung Rußheim vorhanden wären. Fügt man noch die finanzielle Belastung der Gemeinde beim Bau einer Ortsumgehung Rußheims hinzu, wird schnell klar, dass dies keine Lösung sein kann, um die Verkehrsprobleme, die sich aus einer neuen L 602-Trasse Huttenheim-Rußheim ergeben, zu regeln.
Sollte man auf die Idee kommen, die Umgehung von Rußheim noch um eine Umgehung Liedolsheims bis zur Kreisstraße K 3532 (von Liedolsheim nach Graben) zu verlängern, so gibt es sowohl Probleme bei der Trassenführung (FFH-Gebiete, Wasserschutzgebiet) wie auch bei der weiteren Verkehrsführung: Die Möglichkeit einer Ableitung des Verkehrs nach Graben würde – aus den gleichen Gründen wie oben- ebenso wie die einer Ableitung über die Friedrichstraße in Liedolsheim entfallen.
Auch eine totale Umfahrung von Dettenheim bis hinunter zur Querspange L 602 – B 36 ist nicht umsetzbar; dies würde einer (kleinen) Westumgehung von Graben entsprechen, die schon früher abgelehnt wurde. Ausserdem würde hierdurch der gesamte überörtliche, von Germersheim her kommende „Abkürzungsverkehr“ diese Route benützen und nicht mehr die dafür vorgesehene und bereits mit Millionenaufwand gebaute B 36-Ostumgehung von Graben-Neudorf.
Fazit
Eine wie auch immer gestaltete Umfahrung Dettenheims ist auf absehbare Zeit nicht zu realisieren.
Daher sind wir der Meinung, dass keine Energie mehr auf die Planung einer Ortsumfahrung verschwendet werden sollte. Vielmehr sollten alle –Bürger wie Politiker– an einem Strang ziehen und das wirkliche Problem in Angriff nehmen:
Dies muss durch verkehrsberuhigende Maßnahmen in den Ortsdurchfahrten erreicht werden, z.B. durch einen Verkehrskreisel vor dem Ortseingang Rußheim, Fußgängerampeln, Straßenverengung, zeitgemäße Bushaltestellen auf der Fahrbahn u.a.. Die Gelder für eine Umfahrung könnten hier eingesetzt werden.
Über diese Maßnahmen muss bereits vor den Baumaßnahmen zwischen Huttenheim und Rußheim mit den planenden Behörden verhandelt werden – zu spät geäußerte Wünsche werden nur schwer zu realisieren sein!
Vorstellbar wäre als weiteres Ziel die Herabstufung der L 602 zur Kreisstraße, um die Durchführung verkehrsberuhigender Maßnahmen zu erleichtern.
Außerdem muss auch unbedingt versucht werden, die Durchfahrt für den überörtlichen Schwerverkehr ab 7,5 Tonnen zu sperren, da für die Umfahrung des hiesigen Raums die bereits vorhandene B 36-Umgehung Graben-Neudorfs vorgesehen ist. In Kirrlach ist dies gelungen – hier müsste es auch möglich sein!
Kontaktadressen
- Huttenheim: Georg Barth, Wiesenstraße 59
- Rußheim: Jochen Seith, Huttenheimer Straße 32
- Liedolsheim:
- Hans Schmieg: Brahmsstraße 20
- Sven Krohlas: Hauptstraße 91, E-Mail: sven"ät"getamarok.com

