Dettenheimer Bürgermeisterkandidaten: Auswertung der Antworten

Wappen DettenheimIn gut 20 Stunden öffnen die Wahllokale in Dettenheim. Es ist somit Zeit für eine Auswertung der Antworten der Dettenheimer Bürgermeisterkandidaten auf meine Fragen.

Zu den Antworten selbst gibt es nicht viel zu sagen, daher in aller sachlicher Kürze und zeitlicher Reihenfolge:

  • Amtsinhaber Lothar Hillenbrand hat zuerst geantwortet und mir den Namen des vierten Kandidaten mitgeteilt. Das ist ein wirklich sehr faires und vorbildliches Verhalten. Antworten konnte er noch nicht liefern, hat sie aber versprochen.
  • Kandidat Michael Eckardt hat mir tags darauf bereits seine Telefonnummer zukommen lassen und wir haben ein informatives Telefonat geführt. Er hat die Fragen als erstes beantwortet.
  • Daraufhin hat sich Ute Göbelbecker gemeldet: mit einer Einladung zu ihren Informationsveranstaltungen und dem Hinweis, dass sie versuchen wird, die Fragen zu beantworten. Sie weiß jedoch nicht, ob sie es zeitlich schafft.
  • An der Informationsveranstaltung ist sie auf mich zugekommen und wir haben uns ausgetauscht. Eine rechtzeitige Beantwortung der Fragen konnte sie weiter nicht zusagen.
  • An der Informationsveranstaltung der Gemeinde im Ortsteil Rußheim (zu Piratenzeiten hätten wir das »Kandidatengrillen« genannt) kam Herr Hillenbrand nochmals auf mich zu und hat zugesagt, die Fragen rechtzeitig zu beantworten.
  • Von Herrn Harald Heger warte ich bis heute auf irgendeine Reaktion.

Meine persönliche Sicht

Mir ging es bei den Fragen nicht einmal um die Fragen selbst. Es ging primär darum, ob die Kandidaten gewillt sind, die Dettenheimer Bürger anzuhören und in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Eine ehrliche Antwort wie beispielsweise »ich bin nicht sicher, ob ich die Fragen rechtzeitig beantworten kann« ist mir dabei lieber als nicht gehaltene Zusagen oder sogar das vollständige Ignorieren von Bürgeranfragen.

In meinen Wahlkämpfen haben wir uns über jede Bürgeranfrage gefreut und aktiv auf die Möglichkeit von Anfragen hingewiesen. Die Anfragen wurden dann auch ausführlich beantwortet, sofern es nicht um die üblichen rechten Verschwörungstheorien ging, von denen AfD und PEGIDA heute leben.

Gerne hätte ich eine Wahlentscheidung auf inhaltlichen Punkten der Kandiddaten getroffen. So bleiben primär »Metadaten«, da die Fragen nicht beantwortet wurden. So sollte ein Kandidat, der ein öffentliches WLAN für Dettenheim fordert, problemlos und ohne Vorbereitung ein paar Sätze zur Störerhaftung abgeben können. Kandidaten, die dies nicht fordern, können meiner Meinung nach auf solche Fragen auch mit Allgemeinplätzen antworten.

So verbleibt folgendes Bild:

  • Ute Göbelbecker hat wie angekündigt die Fragen nicht beantwortet. Auf ihren Vorstellungen hat sie ihre angedachten Maßnahmen konkret wiedergegeben. Auf unerwartete Fragen hat sie das Problem strukturiert skizziert und dann spontan durchaus kreative (im positiven Sinne) erste Lösungsideen vorgeschlagen. Rhetorisch würde ich sie fast so fit wie Amtsinhaber Hillenbrand einschätzen.
  • Amtsinhaber Lothar Hillenbrand hat die Zusagen, die Fragen zu beantworten, gebrochen. Politisch waren wir uns in den letzten Jahren auch öfters uneins als einig. Daraus resultierten viele Fragen zur Verwaltung und zum Amtsblatt. Konkrete Forderungen hat er kaum kommuniziert, sondern konnte dank Amtsinhaberbonus auf die Arbeit der vergangenen 16 Jahre verweisen.
  • Kandidat Michael Eckardt danke ich für die Option bei dieser Wahl auch »Nein« sagen zu können. Ich werde jedoch eine andere Option wählen.
  • Bei Harald Heger frage ich mich bis jetzt, ob es sich dabei um eine Scherzkandidatur handelt. Ihm hattet ihr die Fragen zum öffentlichen WLAN in Dettenheim zu verdanken. Konkrete Forderungen waren von ihm bei der Veranstaltung in Rußheim nicht zu hören. Das mag daran liegen, dass er sich nach eigener Aussage hier wohl fühlt.

Ich hoffe, dass sich der neue Bürgermeister diese Überlegungen zu Herzen nimmt und hier noch für Verbesserung sorgt. Transparenz und Einbeziehung der Bürger ist mühsam, aber insbesondere auf kommunaler Ebene absolut notwendig.

Meine Stimme wird an Ute Göbelbecker gehen.

PS: Falls einer der Kandidaten jetzt noch Antworten einreicht ist es leider zu spät. Ich werde dieses Wochenende nicht mehr die Zeit für die Veröffentlichung finden.

Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

3 Responses to Dettenheimer Bürgermeisterkandidaten: Auswertung der Antworten

  1. Vielen Dank, Herr Krohlas. :)
    Wen Sie wählen ist Ihre ureigenste Entscheidung. Mein Angebot richtet sich an all jene, denen die Konzepte der anderen Kandidaten nicht zusagen. Das ist in Ihrem Fall ja nicht der Fall. :)

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Eckardt

  2. Vielen Dank, Herr Krohlas,

    die Bürger zu informieren und rechtzeitig in Entscheidungsprozesse einzubinden ist mir ein wichtiges Anliegen.
    Als Bürgermeisterin soll meine Tür immer offen stehen. Gerne greife ich auch Anregungen auf und würde mich freuen, wenn viele Mitbürger und Mitbürgerinnen sich aktiv am politischen Geschehen in der Gemeinde beteiligen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ute Göbelbecker

  3. Pingback:Bürgermeisterwahl Dettenheim entwickelt sich zur Schlammschlacht. Wer lügt? - Sven Krohlas

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

13 − zwei =