Transkript meiner spontanen Rede an der #StopWatchingUs Demonstration gegen PRISM in Ulm

Transkribiert aus meiner Erinnerung und meinen Notizen:

Sven Krohlas bei seiner Rede an der #StopWatchingUs Demo in Ulm, 27.07.2013. Foto: CC-BY 3.0 <a href="https://twitter.com/herrconin/status/361175551488163843">Robert Conin</a>

Sven Krohlas bei seiner Rede an der #StopWatchingUs Demo in Ulm, 27.07.2013. Foto: CC-BY 3.0 Robert Conin

Hallo liebe Demoteilnehmer!

Ich habe eine schlechte Nachricht: Diese Rede ist gar nicht für euch. Ihr seid bei 40 Grad zu dieser Demonstration gekommen. Ihr wisst um was es hier geht. Es geht um all die anderen Menschen, die nicht mit uns hier in der Sonne stehen, zum Beispiel die Besucher der Eiskaffees hinter uns. Daher drehen wir uns jetzt mal um und rufen:

Hallo Ulm!

Doch es geht auch um die Sicherheitsbeamten, die heute hier sind, um den Demozug zu begleiten: Hallo liebe Polizei!

Auch begrüßen wir die Beamten des BKA, sei es in Zivil oder in Uniform: Hallo BKA!

Und es geht ein Willkommensgruß an die NSA, die dank ihrer Zusammenarbeit mit dem BKA sicher auch ein Transkript dieser gerade erst geschriebenen Rede erhält: Hallo NSA!

Wer von euch hat heute das Handy eingeschaltet und dabei? Herzlichen Glückwunsch, euch begrüße ich auch auf den diversen Verdächtigen- und No-Flight-Listen diverser Geheimdienste.

Stellt euch vor: Ihr habt einen tollen Job. Verdient 200.000 bis 250.000 Dollar im Jahr. Wohnt in der Nähe eures Arbeitsplatzes, führt ein First World, First Class Leben. Und dann stellt ihr fest, dass eure Arbeit nicht mit euren Werte- und Moralvorstellungen vereinbar ist. Was würdet ihr tun? Ich weiß nicht, ob ich den Mut hätte, dies öffentlich zu machen. Ich hoffe es, aber beschwören kann ich es nicht.

Edward Snowden hatte diesen Mut! Er hat dieses superluxoriöse Leben aufgegeben und wird nun von der halben Welt gejagt. Dafür, dass er uns Informationen zugänglich gemacht hat, auf die wir ein Anrecht haben! Edward ist ein HELD!

Er hat uns gezeigt, dass wir in einem Überwachungsstaat leben!

Sven Krohlas bei seiner Rede an der #StopWatchingUs Demo in Ulm, 27.07.2013. Foto: CC-BY 3.0 <a href="https://twitter.com/herrconin/status/361175551488163843">Robert Conin</a>

Sven Krohlas bei seiner Rede an der #StopWatchingUs Demo in Ulm, 27.07.2013. Foto: CC-BY 3.0 Robert Conin

Wir verändern unser Verhalten, wenn wir überwacht werden. Wenn Kameras auf uns gerichtet sind verhalten wir uns anders als wenn sie nicht da wären. Wenn unsere E-Mails, unsere Telefongespräche abgehört werden trauen wir uns nicht mehr, uns offen auszutauschen. Doch genau dieser Austausch ist die Basis unserer Demokratie! Schweigespirale, Chilling Effect, … diese Begriffe müssen wir der breiten Bevölkerung erklären.

Doch es reicht auch nicht, dass nur wir auf die Straße gehen. Wir müssen die Wirtschaft hinter uns bringen, denn die Überwachung ist auch nichts anderes als Wirtschaftsspionage. Und Unternehmen haben in unserer Gesellschaft leider das Geld, um politisch wirksame Kampagnen zu führen. Diese können wir mit diesem Argument problemlos auf unsere Seite bringen!

Ich könnte, das ist in Wahlkampfzeiten ja so üblich, über jede andere große Partei an dieser Stelle herziehen. Sie alle haben sich in der Vergangenheit an Überwachungsmaßnahmen beteiligt. Aber das hilft uns nicht!

Wir müssen gemeinsam gegen diese Überwachung ankämpfen, über alle Parteigrenzen hinweg. Vielleicht sogar mit den wenigen Überwachungskritikern aus der Union. 😉

Wir müssen aufklären. Wir müssen Kryptopartys veranstalten. Wir müssen zur Freiheit statt Angst Demonstration am 7.9. in Berlin mobilisieren. Und so können wir ab dem 22.9. im Bundestag eine Mehrheit für die Freiheit erhalten!

Gemeinsam schaffen wir das!

STOPPT DEN ÜBERWACHUNGSSTAAT!

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2 Responses to Transkript meiner spontanen Rede an der #StopWatchingUs Demonstration gegen PRISM in Ulm

  1. Pingback:PRISM und die Filterblase | stk

  2. Würmtalpirat sagt:

    Gut gebrüllt, Löwe !! ;-))

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